Bitte beachten: In der STRAZE weiterhin Masken tragen

Aus Rücksicht auf die vielen unterschiedlichen Personengruppen, die die STRAZE nutzen, bitten wir ausdrücklich darum, beim Besuch des Hauses und unserer Veranstaltungen weiterhin Masken zu tragen. 

Wir behalten uns außerdem vor, einzelne Veranstaltungen (insbesondere Konzert- und Tanzveranstaltungen) weiterhin unter 2G oder 2G+ Regeln anzubieten. Bitte informiert euch vorher auf der Seite der Veranstaltung. 

Das Programm in der Straze

FR 09
September
-
DI 04
Oktober

Kinder spielen überall

Ausstellung zur Interkulturellen Woche 2022

Als sich im Sommer 2015 die Nachrichten von der Balkanroute überschlugen, wirkten Deutschland und der ganze Kontinent überfordert.

Wo kamen die ganzen Menschen her, die in dieser Migrationsbewegung auf einmal nach Europa wollten? Wie hatten es auf einmal so viele sein können und wie sollen wir das überhaupt schaffen?

So alarmistisch die Menschen in der EU reagierten, so wenig überraschend war die Entwicklung. Die Konflikte in Syrien, Afghanistan und dem Irak, die faktische Abschottung der westlichen Mittelmeerroute und die seit Jahren anwachsenden Zahlen von der Balkanroute, ließen Beobachter*innen seit Langem diese Entwicklung erahnen. Hätten Deutschland und die Europäische Union den Willen gehabt, man hätte die Menschen besser unterstützen und die Ereignisse weniger dramatisch ablaufen lassen können. So aber wirkte es wahlweise und unzutreffend wie eine „Fluchtwelle“, „-flut“ oder „-lawine“ – und nicht wie eine Migrationsbewegung schutzbedürftiger Menschen.

Bei all dieser Überforderung und den Ängsten geriet dabei in den Hintergrund, dass es keine Naturereignisse oder Objekte waren, die nach Europa kamen. Es waren und sind Menschen. Ausgestattet mit den individuellen Menschenrechten, mit denen wir uns alle gerne ausgestattet sehen. Leider ist ihre Inanspruchnahme durch die Bedingungen der Flucht verletzt worden.

Am sensibelsten sind dabei Kinder. Sie können die Ereignisse am wenigsten einordnen, sie besitzen die anspruchsvollsten Bedürfnisse und nehmen das Erlebte am längsten und intensivsten in ihrem Leben mit. Dass Europa als reichster Kontinent es nicht vermochte diese besonders Schutzbedürftigen zu versorgen und ihnen einen Zugang zu Schutz zu ermöglichen, ist eine besondere Schande für den selbst ernannten Kontinent der Menschenrechte.

Dennoch haben Kinder auch auf der Flucht ihre Kindheit weitergelebt, haben gespielt und gelacht – vor allen Dingen diese Perspektiven können mit der Kamera eingefangen werden. Die dunkleren Seiten spielen sich im Verborgenen ab. Sowohl für die Kamera, als auch für unsere Wahrnehmung. An diese Seiten müssen wir aber auch denken, wenn wir über Fluchterfahrungen sprechen und müssen dann besondere Sensibilität zeigen.

Aber gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass Kinder mit Fluchterfahrungen keine Aussätzigen oder Zurückgebliebenen sind. Sie sind und bleiben vor allen Dingen eins: Kinder mit unveräußerlichen Rechten.

Die vorliegenden Bilder sind im Zeitraum von September 2015 bis September 2016 entstanden. Der Fotograf Tim Lüddemann porträtierte Familien und ihre Kinder auf ihrer beschwerlichen Flucht  durch die Balkanländer.