Die STRAZE ist mit dem Rollstuhl befahrbar. Es gibt einen Aufzug und eine rollstuhlgerechte Toilette.

Das Programm in der Straze

SO 24
September
11:00 - 12:15h
Musik Konzert / Party STRAZEsaalSTRAZEkultur

Robert-Kahn-Trio (Matinée)

Steffen Dillner, Friederike Fechner und Mari Namera spielen J. Brahms und M. Bruch.

Das Robert Kahn-Trio aus Stralsund spielt an diesem Sonntagvormittag 

Max Bruch 1838-1920
Acht Stücke op. 83
und 
Johannes Brahms (1833-1897)
Klarinettentrio op. 114 a-Moll

auf Klarinette, Klavier und Violoncello im STRAZEsaal.

Dass sein Name am Ende des 20. Jahrhunderts nur noch mit “dem” Violinkonzert in Verbindung gebracht werden würde, hat Max Bruch geahnt. In einem Gespräch 1907 meinte er über sich im Vergleich zu Brahms: “In nur 50 Jahren wird sein Glanz als der des überragendsten Komponisten aller Zeiten hell erstrahlen, während man sich meiner hauptsächlich nur wegen meines g-Moll-Violinkonzertes erinnern wird.” Bruch erkannte Brahms neidlos als den Originelleren an, versuchte aber, den populären Ton seiner Musik durch seine “wirtschaftliche Lage” zu rechtfertigen:“Ich hatte eine Familie zu ernähren und für die Ausbildung der Kinder zu sorgen. Ich mußte mit meinen Kompositionen Geld verdienen. Ich war deshalb gezwungen, gefällige und leicht verständliche Werke zu schreiben... Ich schrieb immer gute Musik, aber solche, die leicht abzusetzen war.”

In diese Kategorie gehören auch die Acht Stücke, op. 83, für Klarinette, Bratsche und Klavier, die 1909 in Bonn uraufgeführt wurden. Bruch komponierte sie für seinen Sohn Max Felix. Er hatte sich zu einem hervorragenden Klarinettisten entwickelt, an dessen Spiel die Zeitgenossen “reinen, schlackenfreien Ton und Phrasierung” rühmten. Man kann sich vorstellen, dass der Vater, dem die Ausbildung seiner Kinder am Herzen lag, durch das Spiel seines Sohnes besonders inspiriert wurde. Außerdem kam die weiche Altlage von Klarinette und Bratsche Bruchs Klangvorstellungen entgegen.

Die Anregung zu diesem Zyklus ging im Übrigen von einigen späten Kammermusikzyklen Robert Schumanns aus. Dessen Märchenbilder, Märchenerzählungen und Romanzen waren von größtem Einfluss auf die Musik seiner Zeit. Sie kreierten ein eigenes “kleines Genre” von Kammermusik, das den ausladenden Klaviertrios, Quartetten und Quintetten selbständig gegenüberstand. Komponisten wie Carl Reinecke, Heinrich von Herzogenberg und eben Max Bruch ließen sich in ihren Legenden, Fantasiestücken etc. von Schumanns Vorbild anregen. So komponierte auch Bruch im Jahre 1908 seine acht Stücke für Klarinette, Bratsche und Klavier, die sich in Besetzung und Stil an Schumanns Märchenerzählungen orientierten.

Drei der Stücke wurden ursprünglich mit Harfenbegleitung aufgeführt, was man Nr. 5 Rumänische Melodie und Nr. 6 Nachtgesang noch anhören kann. Bruch ließ diese Besetzung jedoch fallen, weil die Stücke dadurch nicht mehr “leicht abzusetzen” gewesen wären.

Einlass: 10.30 Uhr
Beginn: 11 Uhr
Eintritt: 7€ (Schüler*innen), 10€ (Studierende), 15€ (regulär)
Tickets im Vorverkauf gibt es bei mvticket online.

Gesamtdauer ca. 70 Minuten, keine Pause

Robert-Kahn-Trio